Steckenschlääfer Klamm

5. April 2011   

Die Steckenschlääfer Klamm bildet die Grenze zwischen den Abteilungen Schafrech (VI) und Entenpfuhl (VII). Sie ist im Unterlauf des Hasselbachs ausgebildet, der in der Abteilung Entenpfuhl auf 333 m ü. NN. entspringt. Der Hasselbach hat eine Gesamtlänge von ca. 737 m, wovon ca. 500 m auf die Steckenschlääfer Klamm entfallen. Sie beginnt bei der Kreuzung der Kaltwasserstraße, Heilig-Kreuz-Straße und der Straße Richtung Jägerhaus und endet mit der Mündung des Hasselbachs in den Morgenbach bei 290 m ü. NN., gegenüber der „Jägerhausquelle“. Der Hasselbach hat auf der gesamten Strecke einen Höhenunterschied von knapp 45 m zu überwinden und damit ein Gefälle von knapp 6 Grad (ATKIS; Erckmann 1930: 36; Müller 1986: 407f).
Die Steckenschlääfer Klamm ist keine Klamm im eigentlichen Sinn, vielmehr ein enges Bachtälchen mit Kerbtalcharakter, das umgangssprachlich den Beinamen Klamm bekam.

Geschichte:

Den Name „Steckenschlääfer“ erhielt das Tälchen Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Er erinnert an die Weilerer Wanderfreunde, die im Weilerer Sprachgebrauch Steckenschlääfer genannt werden, da sie ihre Wanderstöcke unterwegs über den Boden schleifen lassen. Diese haben 1974 die Klamm durch einen Wanderpfad erschlossen. Insgesamt bauten sie 13 Holzbrücken und ebneten den Wanderpfad links und rechts des Hasselbaches. Weiterhin schnitzten sie Gesichter von Waldgeistern in Brückengeländern, Baumstämmen und Baumwurzeln. Desweiteren gibt es auf dem Weg mehrere, den Hasselbach speisende, Quellen, von denen eine in einen Steinbau eingefasst ist. Die Erschließung des Weges mit dem Bau der Brücken geschah mit Hilfe von Spenden und auf Basis unbezahlter Arbeitsstunden. Eine Grundlage für den Erhalt der Bauwerke bildet das Maifest des Wandervereins, bei dem jedes Jahr weitere Spenden gesammelt werden (Müller 1986: 407f).

Links:

Binger Wochenblatt: Fleißge Steckenschläfer. 23.07.2009 (Artikel als PDF)

Sehenswürdigkeiten in der Nähe:

Kreuzbach Klamm
Forsthaus Jägerhaus
Kindererholungsheim am Jägerhaus
Forsthaus Heiligkreuz

Quellen:

Erckmann, G. (1930): Der Binger Wald. Bingen
Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen

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