Mäuseturm

11. März 2011   

Der Mäuseturm befindet sich  rheinabwärts der Nahemündung bei Bingen. Er liegt ca. 70 m vom Ufer entfernt, Höhe Bingerbrück, auf einer 250 m langen Felseninsel im Rhein. Die Insel war zu früherer Zeit ein Teil des Binger Lochs, das heute so nicht mehr vorhanden ist (siehe Binger Loch Denkmal).

Geschichte:

Man vermutet, dass die Römer in den Jahren 80-260 n. Chr, während des Zeitraumes von der Errichtung des Limes bis zu dessen Aufgabe, an der Stelle des heutigen Mäuseturms bereits einen Posten zum Schutz gegen die Germanenstämme besaßen.
Der Sage nach errichtete im 10. Jahrhundert der damalige Mainzer Erzbischhof Hatto II. eine Fluchtburg oder einen Turm auf der Felseninsel und hielt sich bei Besuchen in Bingen dort auf. Als eine große Hungersnot herrschte, soll er die bettelnden Armen in eine Scheune gesperrt und diese dann angezündet haben. Daraufhin flüchtetet er in seinen Turm, wo er von Mäusen bei lebendigem Leib aufgefressen wurde. Der Name Mäuseturm kommt allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, wie vielfach angenommen, von der Legende sondern stammt entweder vom althochdeutschen Wort „muta“, was soviel wie „Wegezoll“ bedeutet oder vom mittelhochdeutschen „musen“,  was mit „lauern“ oder „spähen“ übersetzt werden kann. Dafür spricht auch die weitere Verwendung. Im 14. Jahrhundert wurde der Turm als Zollwachturm aufgebaut um die Zollburg Ehrenfels zu unterstützen.
Im Jahr 1689 wurde der Turm im Zuge des pfälzischen Erbfolgekrieges von den Franzosen zerstört.
1856-1858 ließ Friedrich Wilhelm IV. den Turm nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner im neugotischen Stil wieder aufbauen. Er diente dann bis ins Jahr 1974 als Signalturm für die Rheinschifffahrt. Nach der fast völligen Beseitigung des Binger Lochs im Jahr 1974 wurde der Signalturm überflüssig.
(Müller 1986: 371f; Stadt Bingen; Ministerium für Bildung (…) )

Besonderheit:

Es gibt einige unterschiedliche Auslegungen der Sage um den Mäuseturm.

Quellen:

Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen
Stadt Bingen: Der Binger Mäuseturm. Internet
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. Sekretariat für das Welterbe in Rheinland-Pfalz: Mäuseturm. Internet

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