Eremitage Heiligkreuz

7. April 2011   

Die Eremitage „Heilig Creütz“ (Heiligkreuz) tritt das erste Mal 1771 schriftlich auf. Demnach errichtete ein Bürger aus Weiler eine Kapelle, in der ein angebliches Stück vom Kreuz Christi verehrt werden sollte. Laut Müller (1930: 384) musste ebenfalls ein Wohnhaus vorhanden gewesen sein, da die Aufzeichnungen von einem Eremiten -Peter Wolf „Tertiar des hl. Franziskus“- berichteten, der dort lebte.

Die Kapelle wurde jedes Jahr am 3. Mai für die Bürger von Weiler, Waldalgesheim und Bingen zum Wallfahrtsort.
Der in der Kapelle lebende Eremit, auch Klausner genannt, gehörte der Mainzer Eremitenkongregation an und hatte die Aufgabe den umliegenden Wald zu beaufsichtigen.
1784 verfügte die bischöfliche Konferenz, dass die Eremitagen aufgelöst werden oder aussterben sollen.
1791 löste man dann die Eremitage Heiligkreuz endgültig auf.
Die Kapelle wurde während der französischen Besatzung (1792/94) zerstört und das Wohnhaus als Waldhüterwohnung eingerichtet.
-> Siehe Forsthaus Heiligkreuz

Heute ist die Eremitage nicht mehr zu erkennen. Allerdings besitzt die Pfarrei Weiler noch einige Stücke aus der Eremitage, die der letzte Eremit -Franz Guttmann- der Pfarrei schenkte (Müller 1986: 384f).

Eremiten in Heiligkreuz:

1717-1736 Peter Wolf
? -1782 Theodosius Kleinhunger – lebte dort völlig allein. Zog aber 1782 nach Bingen, da man ihm einen „Mitbruder“ zur Seite stellen wollte, was Kleinhunger ablehnte.
1782-1784 Frantz Guttmann – ließ sich in Bingen nieder und heiratete dort.
1791 wurde die Einsiedelei Heilig Creutz aufgelöst.

Quelle:

Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen

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