Burg Pfalzgrafenstein

5. April 2011   

Die Burg Pfalzgrafenstein -auch „Pfalz bei Kaub“- liegt auf der Rheininsel Falkenau, etwa mittig im Rheinstrom in Höhe der Stadt Kaub (rechtsrheinisch) und der Grube „Rhein“ (linksrheinisch) auf 71,5 m ü. NN.

Geschichte:

Seit 1277 gehörte Kaub und seine Zollrechte zur rheinischen Pfalzgrafschaft der Wittelsbacher. Als König Ludwig IV. des Bayern 1326 die Zölle erhöhte, lies er zur Sicherung seiner Zolleinnahmen einen 6-stöckigen Zollturm auf der Insel Falkenau errichten. Dies zog einen heftigen Streit mit Papst Johannes XXII. und den Erzbischhöfen nach sich, da auch sie an den Zolleinnahmen interessiert waren. Bis dahin war nur die Burg Gutenfels als Kauber Zollburg vorhanden.
1329-1342 wurde eine Wehrmauer um den Turm herum gebaut, womit die Burg im eigentlichen Sinne entstand. Bauherrn waren die Pfalzgrafen Ruprecht „der Ältere“ und Ruprecht „der Jüngere“. Eine Besonderheit der Burg war das Verließ, dessen Boden sich bei Hochwasser mit dem Wasserstand anhob.
In Friedenszeiten war auf der Burg nur ein Zollwächter ansässig.
Ab 1473 wurde Pfalzgrafenstein auch als Gefängnis und Gericht benutzt.
1574 wurde ein neues Obergeschoss gebaut und Ecktürme kamen dazu.
Um 1606 wurde ein spitzer Quadervorbau aus Sandstein um die Burg herum gebaut, der auch heute noch ihr typisch schiffsähnliches Aussehen ausmacht. Dieses bot Schutz vor starkem Eisgang, der die Burg im Winter oft beschädigte. Man nutzte den Umbau auch dazu eine Geschützplattform auf der Burg zu errichten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts kamen noch viele weitere Umbauten hinzu.
Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1713) diente die Burg als Gefängnis für Kriegsgefangene.
1714 wurde das barocke Dach auf den Turm gesetzt, der damit eine Höhe von 36 m erreichte. Dadurch bekam die Burg ihr auch heute noch typisches Aussehen.
Ein berühmtes Ereignis in der Geschichte der Burg war die Rheinüberquerung unter der Leitung von Generalfeldmarschall Gebhardt Lebrecht von Blücher am Jahreswechsel 1813/14. Insgesamt überquerten 60.000 russische und preußische Soldaten, 20.000 Pferde und 200 Geschütze den Rhein.
Bis 1876, im preußisch-österreichischen Krieg, war die Burg weiterhin Zollstation.
Bis ca. 1960 nutze man sie dann als Signalstation für die Schifffahrt.
Heute gibt es dort Besucherführungen und ein kleines Museum.
(Müller 1986: 411; weitere Quellen siehe unten)

Weitere Informationen:

Internetauftritt der Burg Pfalzgrafenstein – Link
Generaldirektion „Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz“ – [1]=137&tx_bsa_pi1[2]=1″>Link
Landesvermessungsamt – Link
Burgen Rheinland-Pfalz – [3]=137&tx_bsa_pi1[4]=1″>Link
Welterbe Mittelrheintal – Link

Quellen:

Erckmann, G. (1930): Der Binger Wald. Bingen
Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen
Internetauftritt der Burg Pfalzgrafenstein: www.burg-pfalzgrafenstein.de
Internetauftritt des Welterbe-Mittelrheintal: welterbe-mittelrheintal.de
Internetauftritt „Burgen Rheinland-Pfalz“: [5]=137&tx_bsa_pi1[6]=1″>www.burgen-rlp.de

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