Burg Klopp

5. April 2011   

Die Burg Klopp liegt im Stadtgebiet von Bingen auf 125 m ü. NN. Sie befindet sich damit am südöstlichen Rand des Binger Stadtwaldes. Sie ist die älteste noch erhaltene Burg im Gebiet des Binger Waldes und seit 1897 Sitz der Stadtverwaltung von Bingen. Weiterhin ist das Binger Heimatmuseum im Turm der Burg untergebracht.

Geschichte:

Im Jahr 983 übertrug Kaiser Otto II. die Landesherrschaft über den Rheingau – landesherrliche Rechte über das „Binger Land“ – an den Mainzer Erzbischof Willigis. Dieser ließ daraufhin die „Druseburg“, heute Burg Klopp, auf den Resten eines römischen Kastells errichten, das zur Zeit der Völkerwanderung zerstört wurde.
Seitdem residierte ein Vogt auf der Burg, der die Stadt Bingen, das Kloster Rupertsberg, die Stadt Weiler sowie einige kleinereGemeinden verwaltete. Nach der Schenkung des heutigen Binger Stadtwaldes – früher Domkapitularischer Wald – im Jahr 996 von Kaiser Otto III. an den Erzbischhof Williges, war der Vogt auch für die Verwaltung dieses Waldes zuständig.
1165 wurde die Burg das erste Mal durch Kaiser Friedrich I. – genannt Barbarossa – im Zuge der Eroberung Bingens zerstört.
1200 wurde die Burg dann wieder neu aufgebaut.
1282 taucht erstmals die auch heute gebräuchliche Bezeichnung „Burg Klopp“ urkundlich auf.
1438 übertrug der Mainzer Erzbischof Dietrich von Erbach die landesherrlichen Rechte über Burg, Stadt und Umland an das Mainzer Domkapitel. Von da an residierte ein Amtmann, meist ein adliges Mitglied des Domkapitels, in der Burg.
1490 wurde die Burg ein zweites Mal zerstört und daraufhin teilweise wieder aufgebaut.
1517 bekam der auf der Burg residierende Amtmann die Aufsicht über den Binger Stadtwald, der daraufhin den Namen „Domkapitularischer Wald“ bekam. Dies zog erbitterte Streitigkeiten nach sich.
1689 zerstörten die Franzosen im Zuge des pfälzischen Erbfolgekriegs die Burg, die danach nur notdürftig wieder aufgebaut wurde.
1712 wurde vom Domkapitel der Auftrag zur Sprengung der Burg gegeben, damit sie feindlichen Truppen nicht als Unterschlupf dienen konnte. Der Amtmann zog aus der Burg in die Stadt.
Mit dem Ende der französischen Besatzung 1792 gelangt die Burg in Privathand.
Der Binger Baumeister Eberhard Scherr, der von 1869 bis 1868 ebenfalls Bürgermeister war, entwarf die Pläne zum Wiederaufbau der Burg auf deren alten Fundamenten. So wurde 1855 die Brücke und das Torhaus sowie 1875 bis 1879 das Hauptgebäude und der Bergfried im neugotischen Stil gebaut. 1897 richtete der Bürgermeister Ernst Neff die Burg als Sitz der Stadtverwaltung ein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Burg durch Bombenangriffe sehr schwer beschädigt. Nach dem Krieg aber wieder völlig restauriert.
(Müller 1986: 91, 94, 354; Schmandt 2004)

Quellen:

Erckmann, G. (1930): Der Binger Wald. Bingen
Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen
Schmandt, M. (2004): Die Geschichte der Burg Klopp in Bingen. In: Heimatjahrbuch 2004 des Landkreises Bingen.

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