Binger Loch Denkmal

11. März 2011   

Das Binger Loch Denkmal steht an der B9 von der Kreuzbach Siedlung kommend in Richtung Bingerbrück auf der rechten Seite. Es erinnert an die Sprengung der Felsenriffe im Rhein bei Bingen, wodurch eine breite Fahrrinne entstand.

Geschichte:

(siehe auch Binger Loch)

Vor dem 14. Jahrhundert bildeten quer zur Strömung verlaufende Quarzitfelsen nahe Bingen – bei Stromkilometer 530,8 – für die Schifffahrt unüberwindbare Hindernisse. Da deren Beseitigung bis dahin nicht möglich war, wurden zu dieser Zeit die Schiffe ober- bzw. unterhalb der Felsen entladen und die Güter über Land transportiert. Mit der Erfindung des Schießpulvers im 14. Jahrhundert wurde es möglich eine Sprengung der Felsen vorzunehmen. Ein neun Meter breites Loch – das Binger Loch – wurde in die Felsen gesprengt und die durchfahrenden Schiffe mussten Wegezoll bezahlen.
Im 17. Jahrhundert wurde die Durchfahrt auf 14 m Breite erweitert, was wiederum große Probleme mit dem Abfluss und Grundwasser nach sich zog.
Von 1829 bis 1832 wurden groß angelegte Sprengungen und Regulierungsarbeiten durchgeführt um einen besseren Schiffsverkehr zu gewährleisten. Dies geschah unter der Führung Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen.
Aufgrund dieser Pioniertat setzte man ihm ein Denkmal, das aus den herausgesprengten Steinen besteht.
Es trägt folgende Inschrift:

An dieser Stelle des Rheins verengte ein Felsenriff die Durchfahrt.
Vielen Schiffen wurde es verderblich.
Unter der Regierung Friedrich Wilhelm des III. König von Preußen ist die
Durchfahrt nach dreijähriger Arbeit auf 210 Fuß (ca. 66 m)
das Zehnfache des Früheren verbreitert.
Auf gesprengtem Gestein ist dieses Denkmal errichtet.
1832

In den folgenden Jahren 1839-1841 wurden zusätzliche Sprengungen durchgeführt um die Schiffbarkeit weiter zu verbessern.
1868-1874 wurde ein  zweites Fahrwasser angelegt, das für die Fahrt rheinabwärts benutzt wurde. Allerdings kam es aufgrund der nun ungünstigen Strömungssituation zu vielen Schiffsunfällen.
1963-1974 wurde daher die Fahrrinne auf 120 m verbreitert, wodurch ein ungestörter Schifffahrtsbetrieb, sowohl rheinauf- als auch rheinabwärts, möglich wurde.
In den 1990er Jahren gab es weitere Nachregulierungen und es wurde ein Leitwerk bei Bingen gebaut. Heute ist das Binger Loch praktisch verschwunden.
(Müller 1986: 378f, Rheinschifffahrtsgeschichte)

Quellen:

Müller, H. (1986): Der Binger Wald. Bingen
Rheinschifffahrtsgeschichte: Das Binger Loch. Internet

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